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380kV-News aus Eydelstedt

Diepholzer Kreisblatt
25.01.2007

Diepholzer Kreisblatt 12.01.2005 

 

 

 

 

 

Das alles kann doch nicht wahr sein !

 Brief an die Politiker

von Jürgen Hellmann, Eydelstedt - 14. Juni 2006
an
Bernhard.Heidrich@rv-ol.niedersachsen.de  angelika.brunkhorst@bundestag.de  rolf.kramer@bundestag.de ; michael.glos@wk.bundestag.de    Ehlen-kalbe@t-online.de   hans-heinrich.sander@mu.niedersachsen.de info@cdu-klare.de  hans-werner.schwarz@lt.niedersachsen.de  dinkla@t-online.de  f.o.ripke.eilte@t-online.de info@friedhelm-biestmann.de ; info@ulrike-schroeder.de  Michael.Albers@lt.niedersachsen.de   email@karl-heinz-bley.de  Hans-joachim.janssen@lt.niedersachsen.de  Christian.wulff@stk.niedersachsen.de  mail@christian-duerr.de hans-juergen.klein@lt.niedersachsen.de  fdp-wk-hannover@web.de  sigrid.rakow@epost.de  renategeuter@gmx.de  email@ulf-thiele.de  ; daniela.pfeiffer.mdl@web.de  lutz.stratmann@mwk.niedersachsen.de    bjoern@thuemler.de

Sehr geehrte Damen und Herren Politiker,
heute finden Sie in der Anlage zahlreiche Artikel zum Thema 380 KV – Leitung: Ganderkesee – St.Hülfe.
Lassen Sie sich davon nicht abschrecken, bei den meisten Artikeln sind die wesentlichen Stellen gekennzeichnet, so dass Sie schnell die wichtigsten Informationen erkennen können.

Auf einige wichtige Punkte möchte ich an dieser Stelle hinweisen.
In der Datei „Gutachten_Freileitungsnetz_morsch“ finden Sie die Erkenntnisse des Bundesamtes für Materialforschung zu den Stromausfällen im Münsterland. ERSCHRECKEND!!!
Es offenbart gravierende Sicherheitsmängel. Das Sanierungskonzept von RWE ist nicht nur zu langsam, sondern auch falsch. Es handelte sich keineswegs um ein „Jahrhundertereignis“, sondern um regelmäßig wiederkehrende Witterungsverhältnisse! Mit einer derartigen Belastung hätte RWE rechnen müssen. Außerdem hat RWE die Einteilung der Eislastenzonen falsch vorgenommen (..ein Schelm, wer schlechtes dabei denkt!). 1930 errichtete Masten müssen nur nach den Normen von 1930 gewartet werden (ist kein Scherz!). Zudem überwachen sich die Netzbetreiber selber (warum wird dann eigentlich meine Heizung zu Hause fremdüberwacht???). Die bestehenden Normen sind nicht ausreichend. Die Normlast sei um das 15fache überschritten worden. In Bayern werden Freileitung für eine 25fache Überschreitung der Normlast ausgelegt (und knicken trotzdem um, siehe frühere Newsletter und Homepage www.vorsicht-hochspannung.com). Schlussfolgerung: All diese Problem gibt es bei einer Erdverkabelung nicht!!!

CDU/CSU fordern verstärkten Netzausbau. Dazu muss doch zunächst einmal geklärt werden, wie dieser Netzausbau technisch bewerkstelligt werden soll! Es sollen doch wohl nicht im Ernst noch weitere Freileitungen durch sensible Gebiete gebaut werden???

Einige Artikel befassen sich mit den Gewinnen der Netzbetreiber. Da werden den Stromkunden Milliarden Euro zu viel berechnet, aber ein paar Millionen für ein Erdkabel sind angeblich nicht vorhanden. Hier läuft doch etwas falsch im Staate. Die Netzbetreiber verdienen sich dumm und dusselig und dem Bürger sollen laufend neue Freileitungen zugemutet werden, deren Betrieb er dann auch noch zu Wucherpreisen bezahlen darf. Gibt es den Tatbestand des Wuchers eigentlich nicht mehr? Dänemark hat die Stromnetze verstaatlicht. Auch eine Möglichkeit, etwas für den Bürger zu tun.

Weiterhin werden erneut Studien zu Leukämieerkrankungen bei Kindern in der Nähe von Hochspannungsfreileitungen vorgelegt. Wie lange wollen Sie noch warten? Die genauen biochemischen Zusammenhänge zwischen der Einnahme von Contergan und Schädigungen der Kinder sind bis heute nicht erklärt. Das Mittel wurde „vorsorglich“ vom Markt genommen. Wie lange wollen Sie noch warten?

Wieder ist ein Storch in einer Freileitung ums Leben gekommen. Entlang der geplanten Trasse sind zahlreiche Vogelschutzgebiete. Wiesenweihen, Störche, Kraniche und andere Großvögel fliegen zwischen diesen Gebieten, zwischen Nahrungs-, Rast- und Schlafplätzen hin und her. Experten sprechen faktisch von einem zusammenhängenden Schutzgebiet. Intac sieht das anders. Alles nicht so dramatisch, geht schon… (schief).

Sehr geehrte Damen und Herren Politiker,
das alles kann doch nicht wahr sein!
Beenden Sie diesen Alptraum unserer Region, schreiben Sie EON das Erdkabel vor, bzw. lehnen Sie die Errichtung einer Freileitung ab.

Herzliche Grüße aus Eydelstedt
Jürgen Hellmann
Schweringhauser Straße 16
49406 Eydelstedt

 

 

Zumutungen

Der Kommentar von Jürgen Hellmann, Eydelstedt - 21.12.2005

Zur Zeit wird allerorts die Frage aufgeworfen „Was ist den Netzbetreibern zuzumuten?“
Interessant wäre doch auch die Frage: "was ist den Anwohnern zuzumuten…?"
Was darf nun von den Netzversorgern verlangt werden?
Müssen die Masten so stabil gebaut werden, dass sie eine mittlere Schneelast aushalten? Zu teuer sagen die Netzbetreiber.
Müssen die Netzbetreiber für die entstandenen Schäden aufkommen?  Zu teuer, keine gesetzliche Grundlage sagen die Netzbetreiber.

In der Presse ist immer häufiger zu lesen: „die Gewinne wurden privatisiert, die Risiken sozialisiert“

Mit einem Erdkabel würde
- die Versorgungssicherheit gewährleistet,
- die Gefährdung der Bürger ausgeschlossen (Elektrosmog, Seilabrisse, Mastumbrüche, Eisfall, …),
- die Stromverluste minimiert,
- die Wertverluste der Immobilien reduziert,
- die Landschaft geschützt,
- die Naherholung und Lebensqualität erhalten,
- die Haftungsrisiken der Energieversorger minimiert,
- die tödlichen Risiken für Vögel ausgeschlossen,
- die Landwirtschaft weniger beeinträchtigt,
- die Bundesrepublik lebenswerter.

Nach dem Stromausfall steht der RWE-Konzern im Zugzwang
Gutachter untersucht für das Gericht das Material der gestürzten Masten

VDI nachrichten, Düsseldorf, 9. 12. 05
Während für viele Münsterländer der Stromausfall vom vorletzten Wochenende bereits Schnee von gestern ist, kommen auf den RWE-Konzern massive Forderungen zu. Ministerien und Behörden fordern, die Ursachen der Mastbrüche aufzuklären, Gutachter sind eingeschaltet. Unklar ist, ob und wieweit der Energiekonzern haftbar gemacht werden kann.

Der Essener RWE-Konzern gerät nach dem mehrere Tage dauernden Stromausfall im westlichen Münsterland in Zugzwang. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos forderte am Montag den Energieversorger auf, einen Bericht zum Zustand seiner Stromnetze zu liefern. Die deutschen Energieversorger seien laut dem Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet, die Sicherheit der Stromnetze zu gewährleisten, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. Das Ministerium gehe davon aus, dass die Berichte sofort angefertigt würden. Dann werde man sie analysieren und bewerten. Bereits am Freitag voriger Woche hat das Amtsgericht Steinfurt die erste Beweisaufnahme angeordnet. Es folgte dem Antrag eines Landwirts aus Ochtrup, der gegen RWE einen Schaden von 2000 € geltend macht. Das Gericht beauftragte Prof. Dr. Rolf Kindmann vom Lehrstuhl für Stahl- und Verbundbau der Ruhruniversität Bochum mit einem Gutachten. Der Experte soll klären, ob die umgestürzten Masten der RWE-Stromleitung zwischen Gronau und Metelen den Stabilitätsanforderungen entsprachen oder ob Materialermüdungen vorlagen. Damit sollen auch Beweise gesichert werden. Außerdem dient das Gutachten zur Vorbereitung späterer Schadenersatzprozesse.

Auch die nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Energieministerin Christa Thoben (CDU) hat RWE aufgefordert, die Vorwürfe möglichst schnell aufzuklären. Das Unternehmen solle "unverzüglich umfassend, präzise und chronologisch exakt" zur Sicherheit des Freileitungsnetzes berichten. Thoben sagte zu ihrer Forderung am Montag in Düsseldorf: "Alle Beteiligten brauchen jetzt schnell Klarheit über die tatsächliche Lage." Dazu gehöre unter anderem die Beantwortung der Frage, ob und wie viele Hochspannungsmasten noch sanierungsbedürftig sind und wann diese Arbeiten gegebenenfalls abgeschlossen sein sollen. Die Ministerin erwartet die Einschätzung des Gefährdungsgrades, die Angaben zu Dauer und Abschluss möglicher Sanierungsmaßnahmen für die angeblich verbliebenen 30 % vorrangig auszutauschender Masten. Die RWE AG soll außerdem ihre unternehmensinternen Prioritätenlisten vorlegen. Zeitungsberichten zufolge droht dem Essener Konzern möglicherweise eine Klagewelle. Der NRW-Landtagsabgeordnete und Rechtsanwalt Hendrik Wüst sagte der Bild-Zeitung, aus den am Wochenende bekannt gewordenen RWE-Unterlagen ergebe sich eine Haftung des Stromkonzerns. Der "Spiegel" hatte berichtet, dass RWE schon 2003 von vielen schadhaften Strommasten wusste.RWE selbst hatte bereits am Wochenende Probleme bei alten Strommasten eingeräumt. Bei dem bis 1967 verwendeten Thomasstahl habe sich die Bruchfestigkeit durch Versprödung deutlich reduziert. Vor Jahren seien bereits alle älteren Masten kontrolliert worden. Hinweise auf flächendeckende Sicherheitsmängel habe es dabei laut RWE nicht gegeben. wd/pbd/mg

Mastbrüche

Der Kommentar von Jürgen Hellmann, Eydelstedt - 7.Dez. 2005

Wie kann es sein, dass die Energieversorger zugeben, mangelhafte Masten im Netz zu haben, die sie im Zehn-Jahreszeitraum sanieren wollen, und dass trotzdem nach heutiger Gesetzeslage Wohnhäuser von Höchstspannungsleitungen überspannt werden dürfen, wobei ein sicheres Erdkabel nur geringfügig mehr kostet?
Wenn ich als Privatmann meine Mitmenschen in gleicher Weise gefährden würde, würde ich noch heute eingesperrt werden und müsste diese Gefährdung beseitigen, egal wie teuer, egal ob ich diesen Betrag aufbringen kann oder nicht. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Natürlich wollen wir alle den Strom aus der Steckdose. Aber der Weg dahin ist uns nicht egal. Was wir auf keinen Fall wollen ist, dass uns ein Mast oder eine Leitung auf das Haus oder auch nur in den Garten fällt!

Nicht überrascht von den Stromausfällen im Münsterland zeigte sich Professor Johann Jäger von der Universität Erlangen-Nürnberg. "Der Zustand des Netzes ist schlechter als man denkt", sagt der Experte für Elektrische Energieversorgung. Für Sanierungen sei zuwenig Geld vorhanden. "Das Material wird bis an die Grenze gefahren", sagt er über Leitungen und Stahlträger. Dass Schnee und Wind die Masten knicken können, hält Jäger für durchaus glaubhaft.

Im Münsterland haben die Energieversorger ja ein fast unwahrscheinliches Glück gehabt, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind. In Diepholz ist vor Jahren eine 110 KV – Leitung auf ein Wohnhaus gefallen. Ich hoffe, dass ich in Kürze diese Bilder versenden kann.
Das Material wird bis an die Grenze gefahren… das sollten wir uns mal erlauben!
Es gibt nur eine Lösung:

Neue Hochspannungsleitungen dürfen nur als Erdkabel verlegt werden!

 „Das durch Art. 20a GG nunmehr auch verfassungsrechtlich verankerte Vorsorgeprinzip besagt, dass der Staat schon dann zum Handeln aufgerufen ist, wenn Schadensmöglichkeiten gegeben sind, die sich nur deshalb nicht ausschließen lassen, weil nach dem derzeitigen Wissensstand bestimmte Ursachenzusammenhänge weder bejaht noch verneint werden können und daher insoweit noch keine Gefahr, sondern nur ein Gefahrenverdacht oder ein
„Besorgnispotential“ besteht.“ Nachzulesen im Endbericht für das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen: „Risikopotentiale elektromagnetischer Felder: Bewertungsansätze und Vorsorgeoptionen“ verfasst von der Forschungsgruppe Jülich.

Ich denke, die beigefügten Bilder der Mastbrüche sprechen für sich. Dieses sind Mastbrüche, die sich vor ca. 15 Jahren in Diepholz zugetragen haben. Leider habe ich noch keine Bilder von dem völlig zerstörten Haus bekommen. Auf dem einen Bild sieht man immerhin die Stelle, an der die Leitung das Dach zerstört hat.

Zur Erinnerung: Die Norm für Hochspannungsmasten verlangt eine Tragkraft von 1.600 Gramm pro laufenden Meter. Tatsächlich betrug die Belastung im Münsterland 8.000 Gramm pro Meter. Auch Masten mit einwandfreiem Stahl knickten ein. Auch neue Masten werden wieder brechen. Welche Gefährdung ist dem Bürger zuzumuten?

Die 26. BImSchVO legt eine maximale elektromagnetische Strahlung von 100 µT für Wohnbereiche fest. Das Nova-Institut spricht schon bei Werten von über 0,2 µT von Gesundheitsgefahren.

Die bestehenden Verordnungen und Normen schützen die Bürger nicht ausreichend. Zum Glück gibt es noch das Grundgesetz und die entsprechenden Auslegungserläuterungen dazu.

Der Staat hat die Pflicht zur Vorsorge für seine Bürger!
Bei allem Kleingedruckten sollten wir diese wesentlichen Grundsätze nicht aus den Augen verlieren.

                   

Schreiben Sie Ihre Meinung an die Politiker ! Hier sind ihre Adressen .....

 


Leitungen versperren in Ahaus (Münsterland) eine Straße
Foto: dpa

                                                                 weitere Bilder

Schneechaos nach Wintereinbruch - 250.000 Menschen ohne Strom
Foto: Neue OZ

 

380kV – ab in die Erde

Hochspannungs-Freileitungen sind eine sichere Sache. Das dachten sich die Versorgungsunternehmen und das wird immer wieder propagiert. Außerdem ist es ja so preiswert, die Stromversorgung der Bevölkerung mit dieser Anlagentechnik zu gewährleisten.
Weit gefehlt ! Die letzten Tage ( 25./26. November 2005) im Münsterland haben gezeigt, daß Hochspannungsleitungen eben nicht die sichere Versorgung unserer Bevölkerung gewährleisten. Natürlich kann niemand die Natur mit unvorhersehbaren  Wetterlagen beeinflussen. Aber ...


mit Erdkabeltrassen wäre dieser lange Stromausfall vermieden worden.

Das sollte Grund genug für uns sein, abermals und auch mit dieser Argumentation bei verantwortlichen Stellen zu reklamieren:

Eine 380kV-Hochspannungsleitung von Ganderkesee nach St. Hülfe ist nur gegen derartige Naturereignisse vor Beschädigung sicher, wenn sie als Erdkabel verlegt wird.
JK

Berichte aus der Tagespresse vom 27.11.05 ( die welt.de)

Wintereinbruch: Lage entspannt sich langsam

Nach den heftigen Schneefällen im Raum Münster und Osnabrück sollen die von Stromausfällen betroffenen Kommunen wieder ans Netz gehen. 250.000 Menschen saßen teilweise seit Freitagnacht im Dunkeln
Münster - Nach dem Stromausfall im Münsterland wegen des Wintereinbruchs hat sich die Lage am Sonntag etwas entspannt. Bei mehr als 100.000 der 250.000 betroffenen Menschen sei die Stromversorgung der Haushalte wieder hergestellt. In Niedersachsen herrsche wieder Komplettversorgung, teilte der Netzbetreiber RWE Westfalen-Weser-Ems mit.

. Heftige Sturmböen hatten Strommasten umgeknickt und Kürzschlüsse an den Leitungen verursacht.

Am Sonntagvormittag (27.11.05)  waren in 20 Gemeinden des Münsterlandes noch rund 120.000 Menschen ohne Strom. Schwierig sei die Situation vor allem noch in Vreden, Horstmar und Ochtrup. RWE-Techniker hatten zwischen Borken und Metelen eine Ersatzleitung gelegt, um einige Orte im westlichen Münsterland wieder mit elektrischer Energie versorgen zu können. 250 Techniker arbeiteten mit Hochdruck an der Reparatur der geborstenen Leitungen sowie an Ersatzlösungen, hieß es. Unter anderem sollen zusätzliche Notstromaggregate beigeschafft werden.

Durchhängende Stromkabel werden zur tödlichen Gefahr

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mußte ein Großteil der Betroffenen ohne Heizung oder in Sammelunterkünften ausharren, die mit Notstromaggregaten versorgt wurden. 4000 ehrenamtliche Helfer waren im Einsatz und versorgten die Bevölkerung mit warmen Mahlzeiten und Getränken. 300 Mitarbeiter des Stromversorgers RWE waren damit beschäftigt, herunterhängende Leitungen zu durchtrennen und Ersatzleitungen zu verlegen. „Hier von einem durchschlagendem Erfolg zu sprechen, wäre blanker Hohn gegenüber den Betroffenen“, sagte der Sprecher der Bezirksregierung. Für die Nacht zum Sonntag hatte die Bezirksregierung befürchtet, daß weitere Leitungen reißen würden. „Das war zum Glück nicht der Fall“, sagte Bergmann. Allerdings drohen nach wie vor herunterhängende Stromkabel abzustürzen. Weil in diesen Fällen Lebensgefahr besteht, wurde die Bevölkerung in einigen Gemeinden aufgerufen, das Haus nicht zu verlassen. In anderen Gemeinden durften am Sonntag die Geschäfte öffnen, damit sich die Menschen mit dem Nötigsten versorgen konnten.

 

 

Raumordnungsverfahren
zum Neubau der 380kV-Hochspannungsleitung
zwischen Ganderkesee und Diepholz

Erneute öffentliche Auslegung der Verfahrensunterlagen wegen Änderungen in der geplanten Trasse.
Die Alternativtrasse A4 ergäbe für Drentwede (mehr westlicher Verlauf) erhebliche Entlastung und für Düste (etwas mehr südlicher Verlauf) eine leichte Entlastung. Donstorf ist nach wie vor durch nördlichen Verlauf betroffen. Neu betroffen wäre Aldorf durch diese Alternative.

Die Verfahrensunterlagen liegen im Barnstorfer Rathaus noch bis zum 21. November 2005 aus.
Jeder Bürger kann sich bis zum 05. Dezember schriftlich bei der Samtgemeinde Barnstorf zu dem Vorhaben äußern.

Weitere Einzelheiten sehen Sie hier.

Die Trasse mit der Alternative A4 sehen Sie hier

 

 

Wir haben hier einen Stein ins Rollen gebracht. Nun kommt es darauf an, dass wir alle gemeinsam an dem Thema dran bleiben. Es freut uns immer wieder von Aktionen einzelner Mitstreiter zu hören.

Die Interessengemeinschaft "Vorsicht Hochspannung" ist bei ihrem Kampf gegen diese weiträumige Landschaftszerstörung auf die Unterstützung aller Beteiligten angewiesen.

Schreiben Sie an die Politiker, reden Sie mit Ihren Nachbarn, erörtern Sie das Thema beim Kegelabend, schreiben Sie einen Leserbrief an die Zeitung, …  diese breite Unterstützung ist für das Gelingen unbedingt wichtig

All Ihre Aktionen haben dazu beigetragen, dass die IG auf politischer Ebene ernst genommen wird.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Jürgen Hellmann, Eydelstedt 26.10.05

380kV - ohne mich !

Eydelstedter Bürger stellen im Juni 2005 diese Protestschilder gegen die gepante Hochspannungstrasse auf
Foto: Hellmann
zum Zeitungsbericht

 

 

 Kurzbericht zum Stand der Planung - September 2005

Bericht von Jürgen Hellmann, Eydelstedt
 Am Montag den 12.09.05. hatte Herr Cordes, Samtgemeindebürgermeister von Harpstedt, zu einer (nicht öffentlichen) Diskussionsrunde eingeladen.

Eingeladen waren:

    betroffene Samtgemeindebürgermeister

    Herr Vollmer vom Städte- und Gemeindenbund

    Vertreter der Interessengemeinschaft Vorsicht Hochspannung

    Vertreter der E.ON Netz GmbH

    Mitarbeiter der Prognos AG (diese sollen, im Auftrag von E.ON, im vorliegenden Konflikt vermitteln)

Es wurden zahlreiche Themen behandelt, allerdings kamen die „echten Alternativen“ nicht auf den Tisch. E.ON signalisiert Gesprächbereitschaft, bewegt sich aber in der Sache bisher kaum.

Einzige Veränderung ist eine etwas geänderte Trassenführung im Bereich Henstedter Heide und im Bereich Beckstedt. Aufgrund dieser Veränderungen muss die neue Streckenführung erneut öffentlich ausgelegt werden. Bürger haben dann die Möglichkeit, weitere Einwendungen zu erheben (6 Wochen Frist).

Der Rechtsanwalt der Interessengemeinschaft, Herr Prof. Dr. Ganten hat E.ON klar zu verstehen gegeben, dass es mit Kosmetik an der Trassenführung nicht getan ist.

Alle anwesenden Samtgemeindebürgermeister haben sich deutlich gegen die geplante Trasse ausgesprochen und einen kritischen Dialog mit E.ON geführt.

Ich denke wir können dieses als einen ersten Schlagabtausch werten. Dass E.ON seine Planung hier schon grundlegend ändert war nicht zu erwarten, sie haben aber erkannt, dass sie mit Beschwichtigungen und Kosmetik allein hier nicht durchkommen.

Nach eigenen Aussagen sucht E.ON nach Möglichkeiten, das Erdkabel zu finanzieren. Fördermittel wurden beantragt und die Bundesnetzagentur wurde dazu befragt. Unter dem Strich scheinen das allerdings immer noch Beschwichtigungsversuche zu sein. Noch steht die klare Aussage im Raum, dass E.ON das Erdkabel nur dann baut, wenn sie die zusätzlichen Kosten erstattet bekommen. Das Raumordnungsverfahren, welches ursprünglich bis zur Sommerpause abgeschlossen sein sollte, läuft nun voraussichtlich bis kurz vor Weihnachten, eventuell auch bis in das neue Jahr. Das ist ein kleiner Zeitgewinn, den wir dazu nutzen müssen die Politiker weiter für uns zu gewinnen. Das kann die IG nicht alleine leisten. Da kommt es darauf an, dass viele einzelne ihre Befürchtungen, Sorgen, Ängste äußern. Stellt Petitionsanträge, schreibt an die Politiker. Adresse versenden wir auf Anfrage gerne.
Herzliche Grüße von der IG
Jürgen Hellmann

 

 Expertenanhörung im Landtag


Bericht von Jürgen Hellmann, Eydelstedt
Die Expertenanhörung im Niedersächsischen Landtag Anfang Mai war in einigen Punkten wirklich interessant:
Professor Brakelmann wies erneut auf die geringeren Stromverluste eines Erdkabels hin und befürwortet ein Pilotprojekt. Professor Handschin wies auf das Spannungsdreieck bei der Erstellung von Hochspannungsleitungen hin: Zu beachten sind
- Umweltverträglichkeit
- Wirtschaftlichkeit
- Sicherheit.
Es geht hier eben nicht nur um die, von E.ON angeführte Wirtschaftlichkeit. Alle 3 Faktoren sind gemäß Energiewirtschaftsgesetz zu beachten.
Dr. Niessen vom Nova-Institut stellte umfangreiche Studien zur Gesundheitsschädigung durch Freileitungen und insbesondere zur erhöhten Leukämiegefahr, vor allem bei Kindern, hin.

Der Vertreter der Firma Siemens wies nochmals auf die technische Machbarkeit hin.
Dr. Schneller von der E.ON bot ein trauriges Bild. Er führte sehr fadenscheinig an, dass E.ON den Konsens mit dem Bürger sucht. E.ON will Flugblätter verteilen und Infostände errichten, rückt aber von seiner beantragten Freileitung keinen Millimeter ab. Konsens heißt für E.ON, dass der Bürger verstehen soll, dass die Freileitung kommen muß. Sorry, von einem Konsens haben wir eine andere Vorstellung!
Wir dürfen uns (und vor allem unsere Volksvertreter) hier von E.ON nicht einlullen lassen! E.ON stehen erhebliche Mittel zur Verfügung, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen… hier müssen wir dagegen halten.

Das Land Niedersachsen hat bekanntlich eine Studie in Auftrag gegeben, in welcher ein Vergleich zwischen Freileitung / VPE – Erdkabel / Gasisoliertem Erdkabel angestellt werden soll. Mittlerweile kennen wir die Aufgabenstellung für das Gutachten. Hier wird wieder nur die betriebswirtschaftliche Seite untersucht. Volkswirtschaftliche Schäden, also die Schäden, die dem Bürger zugefügt werden (Wertverluste von Immobilien und Grundstücken, Zerstörung der Landschaft, Gesundheitsschäden, … und so weiter .. und so fort) bleiben mal wieder außen vor. Die Studie wird im übrigen von E.ON bezahlt und das Ergebnis dieser Studie, die bis Ende des Sommers erstellt werden soll, kennt E.ON auch schon (das hat der Projektleiter der E.ON schon durchblicken lassen).
Wir müssen hier höllisch aufpassen. E.ON und vielfach auch die Landespolitiker versuchen mit Expertenanhörungen und Studien die Baugenehmigung der Freileitung „wasserdicht“ zu machen. Viele Lokalpolitiker haben dieses bereits erkennt und üben ihrerseits Druck auf Hannover aus.
Wir müssen hier auf breiter Front nochmals aktiv werden. Wir brauchen weitere Mitglieder. Wir müssen in den Medien präsent bleiben. Ein Mitstreiter hat mittlerweile Radio (dort wurde schon einmal über unser Dilemma berichtet) und auch das Fernsehen mobilisiert. Im Sommer wird es eine halbstündige Reportage über diese bürgerverachtende Trassenplanung geben.

Ich betone noch einmal, wir haben nichts gegen Energieversorger, wir sind jederzeit gesprächsbereit, wir sind offen für alle Gesprächsangebote, aber wir wehren uns gegen diese unverschämte Form einer Neutrassierung, bei der Bürgerinteressen in keiner Weise berücksichtigt werden, obwohl es dazu Möglichkeiten und Alternativen gibt. Dazu weiter unten mehr.

Zurück zur Expertenanhörung.
Nach dem unverschämten Vortrag der E.ON kamen Vertreter des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes zu Wort. Hier wurde zum ersten Mal die Betroffenheit einer ganzen Region deutlich. Hier wurde endlich einmal dargestellt, welche Bedeutung eine solch rücksichtslose Trassierung für den Bürger hat.

Anschließend brachte Jens Kammann von der Interessengemeinschaft "Vorsicht Hochspannung" die Situation sehr deutlich auf den Punkt: Grundlegende Alternativen wurden nicht beachtet, nicht untersucht. E.ON hat die Trasse rücksichtslos mitten durch sensibles Gebiet geplant. Nicht beachtet wurden:
- Nullvariantenprüfung (Aufrüstung bestehender Leitungen, bzw. Erhöhung der Durchleitungsmenge durch Temperaturmonitoring)
- Trassenbündelung: es mehrere Trassen zwischen Ganderkesee und Wehrenberg (denn bis dahin soll die Leitung letztendlich gehen, nicht nur bis St.Hülfe), die man aufrüsten könnte, bzw. an denen man
      entlang bauen könnte (dabei sind diese Alternativen sogar kürzer, als die beantragte Trasse)
- Orientierung an vorhandenen Einschnitten, so lässt sich die Trassen über weite Strecken entlang von Autobahnen, Bahnlinien führen.
- Und nicht zuletzt die Alternative der Erdverkabelung!

All dieses belegt die rücksichtslose Planung dieser Trasse, ohne Sinn und Verstand, einfach mitten durchs Land. Da hat die E.ON die Rechnung ohne den mündigen Bürger gemacht.

Zum Schluss kamen noch Vertreter des Bundesverbundes der Windenergie, der Dena-Studie und des NABU zu Wort.
Durch Abwesenheit geglänzt haben Herr Wulf, Herr Ehlen, Herr Sander, … anscheinend gibt es für die Landespolitiker wichtigeres … wir müssen ihnen die Bedeutung dieses Projektes anscheinend noch deutlicher machen.
In den kommenden Tagen werden im Bereich Eydelstedt, Wohlstreck, Dörpel, Düste, Donstorf und Wehrkamp Bürgerinformationsschreiben an alle Haushalte verteilt. Die Verteilung übernehmen Mitstreiter. An dieser Stelle einmal vielen Dank für diesen Einsatz.

Wir brauchen jetzt jede mögliche Unterstützung. Wir brauchen Briefe an Politiker, an den Petitionsauschuss, Zeitungsberichte, und, und, und…

Zu guter Letzt brauchen wir auch Geld für den Anwalt und den Gutachter.

Wir zählen auf Euch! Wir lassen hier nicht nach, bitte tut Ihr es auch nicht! Wir brauchen breite Unterstützung! Das ist ein wichtiges Signal für die Politik, dass hier nicht einige wenige, sondern ein breite Öffentlichkeit aktiv ist.

Wir wollen nicht die schweigende Mehrheit sein, wir wollen gehört werden!

…und man wird uns hören.

Herzliche Grüße aus Eydelstedt
Jürgen Hellmann

www.vorsicht-hochspannung.com

 

Wir müssen jetzt handeln !

Hier kann ein Musterblatt als Anschreiben an die Samtgemeinde aufgerufen werden:

Senden Sie Ihren Einwand noch diese Woche bis zum 15.01.05 an das Rathaus ab oder geben Sie das Schreiben an Karin Hehlmann zur gesammelten Weiterleitung an die Samtgemeinde Barnstorf.

 

 

 


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