Das alles kann doch nicht wahr sein !
Brief an die Politiker
von Jürgen Hellmann, Eydelstedt
- 14. Juni 2006 an Bernhard.Heidrich@rv-ol.niedersachsen.de
angelika.brunkhorst@bundestag.de rolf.kramer@bundestag.de
; michael.glos@wk.bundestag.de Ehlen-kalbe@t-online.de
hans-heinrich.sander@mu.niedersachsen.de
info@cdu-klare.de hans-werner.schwarz@lt.niedersachsen.de
dinkla@t-online.de f.o.ripke.eilte@t-online.de
info@friedhelm-biestmann.de ; info@ulrike-schroeder.de
Michael.Albers@lt.niedersachsen.de email@karl-heinz-bley.de
Hans-joachim.janssen@lt.niedersachsen.de Christian.wulff@stk.niedersachsen.de
mail@christian-duerr.de hans-juergen.klein@lt.niedersachsen.de
fdp-wk-hannover@web.de sigrid.rakow@epost.de
renategeuter@gmx.de
email@ulf-thiele.de ; daniela.pfeiffer.mdl@web.de
lutz.stratmann@mwk.niedersachsen.de
bjoern@thuemler.de
Sehr geehrte Damen und Herren Politiker,
heute finden Sie in der Anlage zahlreiche Artikel zum
Thema 380 KV – Leitung: Ganderkesee – St.Hülfe.
Lassen Sie sich davon nicht abschrecken, bei den meisten
Artikeln sind die wesentlichen Stellen gekennzeichnet,
so dass Sie schnell die wichtigsten Informationen erkennen
können.
Auf einige wichtige Punkte möchte
ich an dieser Stelle hinweisen. In der Datei „Gutachten_Freileitungsnetz_morsch“
finden Sie die Erkenntnisse des Bundesamtes für
Materialforschung zu den Stromausfällen im Münsterland.
ERSCHRECKEND!!! Es offenbart gravierende Sicherheitsmängel.
Das Sanierungskonzept von RWE ist nicht nur zu langsam,
sondern auch falsch. Es handelte sich keineswegs um
ein „Jahrhundertereignis“, sondern um regelmäßig
wiederkehrende Witterungsverhältnisse! Mit einer
derartigen Belastung hätte RWE rechnen müssen.
Außerdem hat RWE die Einteilung der Eislastenzonen
falsch vorgenommen (..ein Schelm, wer schlechtes dabei
denkt!). 1930 errichtete Masten müssen nur nach
den Normen von 1930 gewartet werden (ist kein Scherz!).
Zudem überwachen sich die Netzbetreiber selber
(warum wird dann eigentlich meine Heizung zu Hause fremdüberwacht???).
Die bestehenden Normen sind nicht ausreichend. Die Normlast
sei um das 15fache überschritten worden. In Bayern
werden Freileitung für eine 25fache Überschreitung
der Normlast ausgelegt (und knicken trotzdem um, siehe
frühere Newsletter und Homepage www.vorsicht-hochspannung.com).
Schlussfolgerung: All diese Problem gibt es bei einer
Erdverkabelung nicht!!!
CDU/CSU fordern verstärkten Netzausbau.
Dazu muss doch zunächst einmal geklärt werden,
wie dieser Netzausbau technisch bewerkstelligt werden
soll! Es sollen doch wohl nicht im Ernst noch weitere
Freileitungen durch sensible Gebiete gebaut werden???
Einige Artikel befassen sich mit den
Gewinnen der Netzbetreiber. Da werden den Stromkunden
Milliarden Euro zu viel berechnet, aber ein paar Millionen
für ein Erdkabel sind angeblich nicht vorhanden.
Hier läuft doch etwas falsch im Staate. Die Netzbetreiber
verdienen sich dumm und dusselig und dem Bürger
sollen laufend neue Freileitungen zugemutet werden,
deren Betrieb er dann auch noch zu Wucherpreisen bezahlen
darf. Gibt es den Tatbestand des Wuchers eigentlich
nicht mehr? Dänemark hat die Stromnetze verstaatlicht.
Auch eine Möglichkeit, etwas für den Bürger
zu tun.
Weiterhin werden erneut Studien zu Leukämieerkrankungen
bei Kindern in der Nähe von Hochspannungsfreileitungen
vorgelegt. Wie lange wollen Sie noch warten? Die genauen
biochemischen Zusammenhänge zwischen der Einnahme
von Contergan und Schädigungen der Kinder sind
bis heute nicht erklärt. Das Mittel wurde „vorsorglich“
vom Markt genommen. Wie lange wollen Sie noch warten?
Wieder ist ein Storch in einer Freileitung
ums Leben gekommen. Entlang der geplanten Trasse sind
zahlreiche Vogelschutzgebiete. Wiesenweihen, Störche,
Kraniche und andere Großvögel fliegen zwischen
diesen Gebieten, zwischen Nahrungs-, Rast- und Schlafplätzen
hin und her. Experten sprechen faktisch von einem zusammenhängenden
Schutzgebiet. Intac sieht das anders. Alles nicht so
dramatisch, geht schon… (schief).
Sehr geehrte Damen und Herren Politiker,
das alles kann doch nicht wahr sein! Beenden
Sie diesen Alptraum unserer Region, schreiben Sie EON
das Erdkabel vor, bzw. lehnen Sie die Errichtung einer
Freileitung ab.
Herzliche Grüße aus Eydelstedt
Jürgen Hellmann Schweringhauser Straße
16 49406 Eydelstedt
Zumutungen
Der Kommentar von Jürgen Hellmann,
Eydelstedt - 21.12.2005
Zur Zeit wird allerorts die Frage aufgeworfen
„Was ist den Netzbetreibern zuzumuten?“ Interessant
wäre doch auch die Frage: "was ist den Anwohnern
zuzumuten…?" Was darf nun von den Netzversorgern
verlangt werden? Müssen die Masten so stabil
gebaut werden, dass sie eine mittlere Schneelast aushalten?
Zu teuer sagen die Netzbetreiber. Müssen die
Netzbetreiber für die entstandenen Schäden
aufkommen? Zu teuer, keine gesetzliche Grundlage
sagen die Netzbetreiber.
In der Presse ist immer häufiger
zu lesen: „die Gewinne wurden privatisiert, die Risiken
sozialisiert“
Mit einem Erdkabel würde
- die Versorgungssicherheit gewährleistet,
- die Gefährdung der Bürger ausgeschlossen
(Elektrosmog, Seilabrisse, Mastumbrüche, Eisfall,
…), - die Stromverluste minimiert, - die Wertverluste
der Immobilien reduziert, - die Landschaft geschützt,
- die Naherholung und Lebensqualität erhalten,
- die Haftungsrisiken der Energieversorger minimiert,
- die tödlichen Risiken für Vögel ausgeschlossen,
- die Landwirtschaft weniger beeinträchtigt,
- die Bundesrepublik lebenswerter.
Nach dem Stromausfall steht der RWE-Konzern im Zugzwang
Gutachter untersucht für das Gericht das Material
der gestürzten Masten
VDI nachrichten, Düsseldorf, 9.
12. 05 Während für viele Münsterländer
der Stromausfall vom vorletzten Wochenende bereits Schnee
von gestern ist, kommen auf den RWE-Konzern massive
Forderungen zu. Ministerien und Behörden fordern,
die Ursachen der Mastbrüche aufzuklären, Gutachter
sind eingeschaltet. Unklar ist, ob und wieweit der Energiekonzern
haftbar gemacht werden kann.
Der Essener RWE-Konzern gerät nach
dem mehrere Tage dauernden Stromausfall im westlichen
Münsterland in Zugzwang. Bundeswirtschaftsminister
Michael Glos forderte am Montag den Energieversorger
auf, einen Bericht zum Zustand seiner Stromnetze zu
liefern. Die deutschen Energieversorger seien laut dem
Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet, die Sicherheit
der Stromnetze zu gewährleisten, sagte ein Sprecher
des Bundeswirtschaftsministeriums. Das Ministerium gehe
davon aus, dass die Berichte sofort angefertigt würden.
Dann werde man sie analysieren und bewerten. Bereits
am Freitag voriger Woche hat das Amtsgericht Steinfurt
die erste Beweisaufnahme angeordnet. Es folgte dem Antrag
eines Landwirts aus Ochtrup, der gegen RWE einen Schaden
von 2000 € geltend macht. Das Gericht beauftragte Prof.
Dr. Rolf Kindmann vom Lehrstuhl für Stahl- und
Verbundbau der Ruhruniversität Bochum mit einem
Gutachten. Der Experte soll klären, ob die umgestürzten
Masten der RWE-Stromleitung zwischen Gronau und Metelen
den Stabilitätsanforderungen entsprachen oder ob
Materialermüdungen vorlagen. Damit sollen auch
Beweise gesichert werden. Außerdem dient das Gutachten
zur Vorbereitung späterer Schadenersatzprozesse.
Auch die nordrhein-westfälische Wirtschafts-
und Energieministerin Christa Thoben (CDU) hat RWE aufgefordert,
die Vorwürfe möglichst schnell aufzuklären.
Das Unternehmen solle "unverzüglich umfassend,
präzise und chronologisch exakt" zur Sicherheit
des Freileitungsnetzes berichten. Thoben sagte zu ihrer
Forderung am Montag in Düsseldorf: "Alle Beteiligten
brauchen jetzt schnell Klarheit über die tatsächliche
Lage." Dazu gehöre unter anderem die Beantwortung
der Frage, ob und wie viele Hochspannungsmasten noch
sanierungsbedürftig sind und wann diese Arbeiten
gegebenenfalls abgeschlossen sein sollen. Die Ministerin
erwartet die Einschätzung des Gefährdungsgrades,
die Angaben zu Dauer und Abschluss möglicher Sanierungsmaßnahmen
für die angeblich verbliebenen 30 % vorrangig auszutauschender
Masten. Die RWE AG soll außerdem ihre unternehmensinternen
Prioritätenlisten vorlegen. Zeitungsberichten zufolge
droht dem Essener Konzern möglicherweise eine Klagewelle.
Der NRW-Landtagsabgeordnete und Rechtsanwalt Hendrik
Wüst sagte der Bild-Zeitung, aus den am Wochenende
bekannt gewordenen RWE-Unterlagen ergebe sich eine Haftung
des Stromkonzerns. Der "Spiegel" hatte berichtet,
dass RWE schon 2003 von vielen schadhaften Strommasten
wusste.RWE selbst hatte bereits am Wochenende Probleme
bei alten Strommasten eingeräumt. Bei dem bis 1967
verwendeten Thomasstahl habe sich die Bruchfestigkeit
durch Versprödung deutlich reduziert. Vor Jahren
seien bereits alle älteren Masten kontrolliert
worden. Hinweise auf flächendeckende Sicherheitsmängel
habe es dabei laut RWE nicht gegeben. wd/pbd/mg
Mastbrüche
Der Kommentar von Jürgen Hellmann,
Eydelstedt - 7.Dez. 2005
Wie kann es sein, dass die Energieversorger
zugeben, mangelhafte Masten im Netz zu haben, die sie
im Zehn-Jahreszeitraum sanieren wollen, und dass trotzdem
nach heutiger Gesetzeslage Wohnhäuser von Höchstspannungsleitungen
überspannt werden dürfen, wobei ein sicheres
Erdkabel nur geringfügig mehr kostet? Wenn
ich als Privatmann meine Mitmenschen in gleicher Weise
gefährden würde, würde ich noch heute
eingesperrt werden und müsste diese Gefährdung
beseitigen, egal wie teuer, egal ob ich diesen Betrag
aufbringen kann oder nicht. Hier wird mit zweierlei
Maß gemessen. Natürlich wollen wir alle den
Strom aus der Steckdose. Aber der Weg dahin ist uns
nicht egal. Was wir auf keinen Fall wollen ist, dass
uns ein Mast oder eine Leitung auf das Haus oder auch
nur in den Garten fällt!
Nicht überrascht von den Stromausfällen
im Münsterland zeigte sich Professor Johann Jäger
von der Universität Erlangen-Nürnberg. "Der
Zustand des Netzes ist schlechter als man denkt",
sagt der Experte für Elektrische Energieversorgung.
Für Sanierungen sei zuwenig Geld vorhanden. "Das
Material wird bis an die Grenze gefahren", sagt
er über Leitungen und Stahlträger. Dass Schnee
und Wind die Masten knicken können, hält Jäger
für durchaus glaubhaft. Im Münsterland
haben die Energieversorger ja ein fast unwahrscheinliches
Glück gehabt, dass keine Menschen zu Schaden gekommen
sind. In Diepholz ist vor Jahren eine 110 KV – Leitung
auf ein Wohnhaus gefallen. Ich hoffe, dass ich in Kürze
diese Bilder versenden kann. Das Material wird bis
an die Grenze gefahren… das sollten wir uns mal erlauben!
Es gibt nur eine Lösung:
Neue Hochspannungsleitungen dürfen
nur als Erdkabel verlegt werden!
„Das durch Art. 20a GG nunmehr
auch verfassungsrechtlich verankerte Vorsorgeprinzip
besagt, dass der Staat schon dann zum Handeln aufgerufen
ist, wenn Schadensmöglichkeiten gegeben sind, die
sich nur deshalb nicht ausschließen lassen, weil
nach dem derzeitigen Wissensstand bestimmte Ursachenzusammenhänge
weder bejaht noch verneint werden können und daher
insoweit noch keine Gefahr, sondern nur ein Gefahrenverdacht
oder ein „Besorgnispotential“ besteht.“ Nachzulesen
im Endbericht für das Bayerische Staatsministerium
für Landesentwicklung und Umweltfragen: „Risikopotentiale
elektromagnetischer Felder: Bewertungsansätze und
Vorsorgeoptionen“ verfasst von der Forschungsgruppe
Jülich. Ich denke, die beigefügten
Bilder der Mastbrüche sprechen für sich. Dieses
sind Mastbrüche, die sich vor ca. 15 Jahren in
Diepholz zugetragen haben. Leider habe ich noch keine
Bilder von dem völlig zerstörten Haus bekommen.
Auf dem einen Bild sieht man immerhin die Stelle, an
der die Leitung das Dach zerstört hat.
Zur Erinnerung: Die Norm für Hochspannungsmasten
verlangt eine Tragkraft von 1.600 Gramm pro laufenden
Meter. Tatsächlich betrug die Belastung im Münsterland
8.000 Gramm pro Meter. Auch Masten mit einwandfreiem
Stahl knickten ein. Auch neue Masten werden wieder brechen.
Welche Gefährdung ist dem Bürger zuzumuten?
Die 26. BImSchVO legt eine maximale elektromagnetische
Strahlung von 100 µT für Wohnbereiche fest.
Das Nova-Institut spricht schon bei Werten von über
0,2 µT von Gesundheitsgefahren. Die bestehenden
Verordnungen und Normen schützen die Bürger
nicht ausreichend. Zum Glück gibt es noch das Grundgesetz
und die entsprechenden Auslegungserläuterungen
dazu.
Der Staat hat die Pflicht zur Vorsorge
für seine Bürger! Bei allem Kleingedruckten
sollten wir diese wesentlichen Grundsätze nicht
aus den Augen verlieren.

Schreiben Sie Ihre Meinung an die
Politiker ! Hier
sind ihre Adressen .....
 Leitungen versperren
in Ahaus (Münsterland) eine Straße Foto:
dpa
weitere
Bilder
Schneechaos nach
Wintereinbruch - 250.000 Menschen ohne Strom Foto:
Neue OZ
380kV – ab in die Erde
Hochspannungs-Freileitungen sind
eine sichere Sache. Das dachten sich die Versorgungsunternehmen
und das wird immer wieder propagiert. Außerdem
ist es ja so preiswert, die Stromversorgung der Bevölkerung
mit dieser Anlagentechnik zu gewährleisten.
Weit gefehlt ! Die letzten Tage ( 25./26. November 2005)
im Münsterland haben gezeigt, daß Hochspannungsleitungen
eben nicht die sichere Versorgung unserer Bevölkerung
gewährleisten. Natürlich kann niemand die
Natur mit unvorhersehbaren Wetterlagen beeinflussen.
Aber ...
mit Erdkabeltrassen wäre dieser lange
Stromausfall vermieden worden.
Das sollte Grund genug für uns sein, abermals
und auch mit dieser Argumentation bei verantwortlichen
Stellen zu reklamieren:
Eine 380kV-Hochspannungsleitung von
Ganderkesee nach St. Hülfe ist nur gegen derartige
Naturereignisse vor Beschädigung sicher, wenn sie
als Erdkabel verlegt wird. JK
Berichte aus der Tagespresse vom
27.11.05 ( die welt.de)
Wintereinbruch: Lage entspannt sich langsam
Nach den heftigen Schneefällen
im Raum Münster und Osnabrück sollen die von
Stromausfällen betroffenen Kommunen wieder ans
Netz gehen. 250.000 Menschen saßen teilweise seit
Freitagnacht im Dunkeln Münster - Nach dem
Stromausfall im Münsterland wegen des Wintereinbruchs
hat sich die Lage am Sonntag etwas entspannt. Bei mehr
als 100.000 der 250.000 betroffenen Menschen sei die
Stromversorgung der Haushalte wieder hergestellt. In
Niedersachsen herrsche wieder Komplettversorgung, teilte
der Netzbetreiber RWE Westfalen-Weser-Ems mit.
. Heftige Sturmböen hatten Strommasten umgeknickt
und Kürzschlüsse an den Leitungen verursacht.
Am Sonntagvormittag (27.11.05) waren
in 20 Gemeinden des Münsterlandes noch rund 120.000
Menschen ohne Strom. Schwierig sei die Situation vor
allem noch in Vreden, Horstmar und Ochtrup. RWE-Techniker
hatten zwischen Borken und Metelen eine Ersatzleitung
gelegt, um einige Orte im westlichen Münsterland
wieder mit elektrischer Energie versorgen zu können.
250 Techniker arbeiteten mit Hochdruck an der Reparatur
der geborstenen Leitungen sowie an Ersatzlösungen,
hieß es. Unter anderem sollen zusätzliche
Notstromaggregate beigeschafft werden.
Durchhängende Stromkabel werden
zur tödlichen Gefahr
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt
mußte ein Großteil der Betroffenen ohne
Heizung oder in Sammelunterkünften ausharren, die
mit Notstromaggregaten versorgt wurden. 4000 ehrenamtliche
Helfer waren im Einsatz und versorgten die Bevölkerung
mit warmen Mahlzeiten und Getränken. 300 Mitarbeiter
des Stromversorgers RWE waren damit beschäftigt,
herunterhängende Leitungen zu durchtrennen und
Ersatzleitungen zu verlegen. „Hier von einem durchschlagendem
Erfolg zu sprechen, wäre blanker Hohn gegenüber
den Betroffenen“, sagte der Sprecher der Bezirksregierung.
Für die Nacht zum Sonntag hatte die Bezirksregierung
befürchtet, daß weitere Leitungen reißen
würden. „Das war zum Glück nicht der Fall“,
sagte Bergmann. Allerdings drohen nach wie vor herunterhängende
Stromkabel abzustürzen. Weil in diesen Fällen
Lebensgefahr besteht, wurde die Bevölkerung in
einigen Gemeinden aufgerufen, das Haus nicht zu verlassen.
In anderen Gemeinden durften am Sonntag die Geschäfte
öffnen, damit sich die Menschen mit dem Nötigsten
versorgen konnten.
Raumordnungsverfahren zum
Neubau der 380kV-Hochspannungsleitung zwischen Ganderkesee
und Diepholz
Erneute öffentliche
Auslegung der Verfahrensunterlagen wegen Änderungen
in der geplanten Trasse. Die Alternativtrasse A4
ergäbe für Drentwede (mehr westlicher Verlauf)
erhebliche Entlastung und für Düste (etwas
mehr südlicher Verlauf) eine leichte Entlastung.
Donstorf ist nach wie vor durch nördlichen Verlauf
betroffen. Neu betroffen wäre Aldorf durch diese
Alternative.
Die Verfahrensunterlagen
liegen im Barnstorfer Rathaus noch bis zum 21. November
2005 aus. Jeder Bürger kann sich bis zum 05.
Dezember schriftlich bei der Samtgemeinde Barnstorf
zu dem Vorhaben äußern.
Weitere
Einzelheiten sehen Sie hier.
Die
Trasse mit der Alternative A4 sehen Sie hier
Wir haben hier einen Stein ins Rollen
gebracht. Nun kommt es darauf an, dass wir alle gemeinsam
an dem Thema dran bleiben. Es freut uns immer wieder von Aktionen
einzelner Mitstreiter zu hören. Die
Interessengemeinschaft "Vorsicht Hochspannung"
ist bei ihrem Kampf gegen diese weiträumige Landschaftszerstörung
auf die Unterstützung aller Beteiligten angewiesen.
Schreiben Sie an die Politiker, reden
Sie mit Ihren Nachbarn, erörtern Sie das Thema
beim Kegelabend, schreiben Sie einen Leserbrief an die
Zeitung, … diese breite Unterstützung ist
für das Gelingen unbedingt wichtig
All Ihre Aktionen haben dazu beigetragen,
dass die IG auf politischer Ebene ernst genommen wird.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Jürgen Hellmann, Eydelstedt 26.10.05


Eydelstedter Bürger stellen im
Juni 2005 diese Protestschilder gegen die gepante Hochspannungstrasse
auf Foto: Hellmann zum
Zeitungsbericht
Kurzbericht zum Stand der Planung
- September 2005
Bericht von Jürgen Hellmann,
Eydelstedt Am Montag den 12.09.05. hatte Herr
Cordes, Samtgemeindebürgermeister von Harpstedt,
zu einer (nicht öffentlichen) Diskussionsrunde
eingeladen.
Eingeladen waren:
betroffene Samtgemeindebürgermeister
Herr Vollmer vom Städte- und
Gemeindenbund
Vertreter der Interessengemeinschaft
Vorsicht Hochspannung
Vertreter der E.ON Netz GmbH
Mitarbeiter der Prognos AG (diese
sollen, im Auftrag von E.ON, im vorliegenden Konflikt
vermitteln)
Es wurden zahlreiche Themen behandelt,
allerdings kamen die „echten Alternativen“ nicht auf
den Tisch. E.ON signalisiert Gesprächbereitschaft,
bewegt sich aber in der Sache bisher kaum.
Einzige Veränderung ist eine etwas
geänderte Trassenführung im Bereich Henstedter
Heide und im Bereich Beckstedt. Aufgrund dieser Veränderungen
muss die neue Streckenführung erneut öffentlich
ausgelegt werden. Bürger haben dann die Möglichkeit,
weitere Einwendungen zu erheben (6 Wochen Frist).
Der Rechtsanwalt der Interessengemeinschaft,
Herr Prof. Dr. Ganten hat E.ON klar zu verstehen gegeben,
dass es mit Kosmetik an der Trassenführung nicht
getan ist.
Alle anwesenden Samtgemeindebürgermeister
haben sich deutlich gegen die geplante Trasse ausgesprochen
und einen kritischen Dialog mit E.ON geführt.
Ich denke wir können dieses als einen
ersten Schlagabtausch werten. Dass E.ON seine Planung
hier schon grundlegend ändert war nicht zu erwarten,
sie haben aber erkannt, dass sie mit Beschwichtigungen
und Kosmetik allein hier nicht durchkommen.
Nach eigenen Aussagen sucht E.ON nach
Möglichkeiten, das Erdkabel zu finanzieren. Fördermittel
wurden beantragt und die Bundesnetzagentur wurde dazu
befragt. Unter dem Strich scheinen das allerdings immer
noch Beschwichtigungsversuche zu sein. Noch steht die
klare Aussage im Raum, dass E.ON das Erdkabel nur dann
baut, wenn sie die zusätzlichen Kosten erstattet
bekommen. Das Raumordnungsverfahren, welches ursprünglich
bis zur Sommerpause abgeschlossen sein sollte, läuft
nun voraussichtlich bis kurz vor Weihnachten, eventuell
auch bis in das neue Jahr. Das ist ein kleiner Zeitgewinn,
den wir dazu nutzen müssen die Politiker weiter
für uns zu gewinnen. Das kann die IG nicht alleine
leisten. Da kommt es darauf an, dass viele einzelne
ihre Befürchtungen, Sorgen, Ängste äußern.
Stellt Petitionsanträge, schreibt an die Politiker.
Adresse versenden wir auf Anfrage gerne. Herzliche
Grüße von der IG Jürgen Hellmann
Expertenanhörung im Landtag
Bericht von Jürgen Hellmann,
Eydelstedt Die Expertenanhörung im Niedersächsischen
Landtag Anfang Mai war in einigen Punkten wirklich interessant:
Professor Brakelmann wies erneut auf die geringeren
Stromverluste eines Erdkabels hin und befürwortet
ein Pilotprojekt. Professor Handschin wies auf das Spannungsdreieck
bei der Erstellung von Hochspannungsleitungen hin: Zu
beachten sind - Umweltverträglichkeit -
Wirtschaftlichkeit - Sicherheit. Es geht hier
eben nicht nur um die, von E.ON angeführte Wirtschaftlichkeit.
Alle 3 Faktoren sind gemäß Energiewirtschaftsgesetz
zu beachten. Dr. Niessen vom Nova-Institut stellte
umfangreiche Studien zur Gesundheitsschädigung
durch Freileitungen und insbesondere zur erhöhten
Leukämiegefahr, vor allem bei Kindern, hin.
Der Vertreter der Firma Siemens wies
nochmals auf die technische Machbarkeit hin. Dr.
Schneller von der E.ON bot ein trauriges Bild. Er führte
sehr fadenscheinig an, dass E.ON den Konsens mit dem
Bürger sucht. E.ON will Flugblätter verteilen
und Infostände errichten, rückt aber von seiner
beantragten Freileitung keinen Millimeter ab. Konsens
heißt für E.ON, dass der Bürger verstehen
soll, dass die Freileitung kommen muß. Sorry,
von einem Konsens haben wir eine andere Vorstellung!
Wir dürfen uns (und vor allem unsere Volksvertreter)
hier von E.ON nicht einlullen lassen! E.ON stehen erhebliche
Mittel zur Verfügung, um die öffentliche Meinung
zu beeinflussen… hier müssen wir dagegen halten.
Das Land Niedersachsen hat bekanntlich
eine Studie in Auftrag gegeben, in welcher ein Vergleich
zwischen Freileitung / VPE – Erdkabel / Gasisoliertem
Erdkabel angestellt werden soll. Mittlerweile kennen
wir die Aufgabenstellung für das Gutachten. Hier
wird wieder nur die betriebswirtschaftliche Seite untersucht.
Volkswirtschaftliche Schäden, also die Schäden,
die dem Bürger zugefügt werden (Wertverluste
von Immobilien und Grundstücken, Zerstörung
der Landschaft, Gesundheitsschäden, … und so weiter
.. und so fort) bleiben mal wieder außen vor.
Die Studie wird im übrigen von E.ON bezahlt und
das Ergebnis dieser Studie, die bis Ende des Sommers
erstellt werden soll, kennt E.ON auch schon (das hat
der Projektleiter der E.ON schon durchblicken lassen).
Wir müssen hier höllisch aufpassen. E.ON und
vielfach auch die Landespolitiker versuchen mit Expertenanhörungen
und Studien die Baugenehmigung der Freileitung „wasserdicht“
zu machen. Viele Lokalpolitiker haben dieses bereits
erkennt und üben ihrerseits Druck auf Hannover
aus. Wir müssen hier auf breiter Front nochmals
aktiv werden. Wir brauchen weitere Mitglieder. Wir müssen
in den Medien präsent bleiben. Ein Mitstreiter
hat mittlerweile Radio (dort wurde schon einmal über
unser Dilemma berichtet) und auch das Fernsehen mobilisiert.
Im Sommer wird es eine halbstündige Reportage über
diese bürgerverachtende Trassenplanung geben.
Ich betone noch einmal, wir haben nichts
gegen Energieversorger, wir sind jederzeit gesprächsbereit,
wir sind offen für alle Gesprächsangebote,
aber wir wehren uns gegen diese unverschämte Form
einer Neutrassierung, bei der Bürgerinteressen
in keiner Weise berücksichtigt werden, obwohl es
dazu Möglichkeiten und Alternativen gibt. Dazu
weiter unten mehr.
Zurück zur Expertenanhörung.
Nach dem unverschämten Vortrag der E.ON kamen
Vertreter des Niedersächsischen Städte- und
Gemeindebundes zu Wort. Hier wurde zum ersten Mal die
Betroffenheit einer ganzen Region deutlich. Hier wurde
endlich einmal dargestellt, welche Bedeutung eine solch
rücksichtslose Trassierung für den Bürger
hat.
Anschließend brachte Jens Kammann
von der Interessengemeinschaft "Vorsicht Hochspannung"
die Situation sehr deutlich auf den Punkt: Grundlegende
Alternativen wurden nicht beachtet, nicht untersucht.
E.ON hat die Trasse rücksichtslos mitten durch
sensibles Gebiet geplant. Nicht beachtet wurden:
- Nullvariantenprüfung (Aufrüstung bestehender
Leitungen, bzw. Erhöhung der Durchleitungsmenge
durch Temperaturmonitoring) - Trassenbündelung:
es mehrere Trassen zwischen Ganderkesee und Wehrenberg
(denn bis dahin soll die Leitung letztendlich gehen,
nicht nur bis St.Hülfe), die man aufrüsten
könnte, bzw. an denen man entlang
bauen könnte (dabei sind diese Alternativen sogar
kürzer, als die beantragte Trasse) - Orientierung
an vorhandenen Einschnitten, so lässt sich die
Trassen über weite Strecken entlang von Autobahnen,
Bahnlinien führen. - Und nicht zuletzt die
Alternative der Erdverkabelung!
All dieses belegt die rücksichtslose
Planung dieser Trasse, ohne Sinn und Verstand, einfach
mitten durchs Land. Da hat die E.ON die Rechnung ohne
den mündigen Bürger gemacht.
Zum Schluss kamen noch Vertreter des
Bundesverbundes der Windenergie, der Dena-Studie und
des NABU zu Wort. Durch Abwesenheit geglänzt
haben Herr Wulf, Herr Ehlen, Herr Sander, … anscheinend
gibt es für die Landespolitiker wichtigeres … wir
müssen ihnen die Bedeutung dieses Projektes anscheinend
noch deutlicher machen. In den kommenden Tagen werden
im Bereich Eydelstedt, Wohlstreck, Dörpel, Düste,
Donstorf und Wehrkamp Bürgerinformationsschreiben
an alle Haushalte verteilt. Die Verteilung übernehmen
Mitstreiter. An dieser Stelle einmal vielen Dank für
diesen Einsatz.
Wir brauchen jetzt jede mögliche
Unterstützung. Wir brauchen Briefe an Politiker,
an den Petitionsauschuss, Zeitungsberichte, und, und,
und…
Zu guter Letzt brauchen wir auch Geld
für den Anwalt und den Gutachter.
Wir zählen auf Euch! Wir lassen
hier nicht nach, bitte tut Ihr es auch nicht! Wir brauchen
breite Unterstützung! Das ist ein wichtiges Signal
für die Politik, dass hier nicht einige wenige,
sondern ein breite Öffentlichkeit aktiv ist.
Wir wollen nicht die schweigende Mehrheit
sein, wir wollen gehört werden!
…und man wird uns hören.
Herzliche Grüße aus Eydelstedt
Jürgen Hellmann
Wir müssen jetzt handeln !
Hier kann ein Musterblatt als Anschreiben
an die Samtgemeinde aufgerufen werden:
Senden Sie Ihren Einwand noch diese
Woche bis zum 15.01.05 an das Rathaus ab oder geben
Sie das Schreiben an Karin Hehlmann zur gesammelten
Weiterleitung an die Samtgemeinde Barnstorf.
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